Effizientes und fachkundiges Software Engineering ist für unsere Industrie, aber auch für die Gesellschaft selbst, ein essentieller Erfolgsfaktor geworden. Erforderlich ist deshalb eine meßbare Beherrschung und durchgängige Gestaltung des Software Engineering. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich FORSOFT II auf die Kernkompetenzen der Softwaretechnik in herausragenden Einsatzgebieten unter Einschluss betriebswirtschaftlicher Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen folgende Leitthemen:

Diese Themen spiegeln sich in den Teilprojekten des Forschungsverbundes wieder. Dort werden in enger Kooperation mit Industrieunternehmen zentrale Fragestellungen des Software Engineering bearbeitet. In diese Arbeiten fließen die grundsätzlichen Ergebnisse von FORSOFT ein. Abgestimmt auf die Ziele werden weitere wissenschaftliche Resultate erarbeitet und in Lösungen umgesetzt. Die von den Aufgabenstellungen in den Teilprojekten getriebenen Erkenntnisse werden verallgemeinert und wissenschaftlich aufbereitet.

Die Bearbeitung der Leitthemen erfordert neue wissenschaftliche Ergebnisse in den klassischen fünf inhaltlichen Säulen des Software Enineering:

  1. Beschreibungstechniken und Systemmodell
  2. Vorgehensmodell
  3. Management der Softwareentwicklung
  4. Architektur
  5. sowie Werkzeuge

Durch die teilprojektübergreifenden Arbeiten in diesen inhaltlichen Säulen werden Ergebnisse sichergestellt, die unabhängig von den individuell gefärbten Einzelerfordernissen der Industriepartner sind und auf die Leitthemen ausgerichtet sind. Umgekehrt wierd bei den Arbeiten der Teilprojekte darauf geachtet, dass Softwaretechnik nicht isoliert vom Einsatzgebiet gesehen wird. Die Verschmelzung der Softwaretechnik mit den Applikationsdomänen bietet so ein besonderes Innovationspotential.

Durch die Mittel der Forschungsstiftung und die verstärkenden Industriemittel wird im Verbund eine kritische Masse erreicht, so daß allgemeine, grundsätzliche Kernfragen des Software Engineering von hoher praktischer Relevanz angegangen werden können. Der hohe Anteil der Industrie an der Finanzierung von FORSOFT II erfordert und rechtfertigt es, in Einzelfällen, insbesondere bei KMUs, gezielt Problemlösungen zu schaffen, die dem Industriepartner unmittelbar zur Verfügung stehen. Allerdings sind die Einsatzfelder mit Bedacht so gewählt, daß stets eine Verallgemeinerung und wissenschaftliche Aufbereitung geleistet wird.

Bewußt ist FORSOFT II somit auf eine enge Kooperation mit den Industriepartnern angelegt. Dabei wird sorgfältig darauf geachtet, daß die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur den Industriepartnern unmittelbar zugute kommen, sondern von FORSOFT II verallgemeinert werden und so als wissenschaftlicher und methodischer Beitrag der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Dadurch wird sichergestellt, daß die Mittel der Forschungsstiftung auftragsgemäß eingesetzt werden. Besondere Anstrengungen werden dabei unternommen, auch für kleine und mittelständische Unternehmen einen Beitrag zu leisten. Ein weiteres herausragendes Ziel ist die Erarbeitung wissenschaftlicher und technischer Kompetenz als Basis für die Gründung von Spin-Off-Unternehmen, um so den Technologiestandort Bayern zu stärken.


 


Sebastian Kress, 28.01.2001