FORSOFT II
Pressemitteilung
CeBIT 13. - 20.03.02
Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ
Halle 11 Stand 11F25


Automobilingenieure bewahren den Überblick
FORSOFT entwickelt Modellierungssprache für Steuergerätenetzwerke




Im Teilprojekt Automotive Requirements Engineering für eingebettete Systeme
entwickeln Wissenschaftler des bayerischen Forschungsverbundes FORSOFT II
eine Modellierungssprache für automobilspezifische Steuergerätenetzwerke. Sie
erstellen Konzepte für einen Werkzeugprototypen, die eine Integration bestehen
der Software-Entwicklungsumgebungen im Bereich eingebetteter Systeme
erlauben. Die Projektmitarbeiter kooperieren dabei eng mit dem Automobilher
steller BMW AG, mit Zulieferern wie Robert Bosch GmbH und Herstellern von
Software-Werkzeugen wie Telelogic und ETAS.


Wurde früher jedes Steuergerät im Auto für sich betrachtet und entwickelt, stehen
die Ingenieure nun vor der Herausforderung, die Abhängigkeiten der einzelnen
Steuergeräte im Netzwerk zu berücksichtigen. Die Netzwerke sind verteilt und
interoperabel. Die von Automotive konzipierte Modellierungssprache Automotive
Modeling Language (AML) betrachtet die Gesamtheit der in den Steuergeräten
realisierten Funktionalitäten.


Die Wissenschaftler konzentrieren sich in der frühen Phase der Systement
wicklung auf den Übergang von lose strukturierten Beschreibungen der
Anforderung zu modellbasierten Entwurfsverfahren. AML stellt die Anforderungen
an ein Steuergerät auf unterschiedliche Abstraktionsebenen wie Szenarien,
Funktionennetz oder Systemarchitektur. Für die Beschreibung auf den einzelnen
Abstraktionsebenen nutzt sie die Werkzeuge UML Suite, DOORS und ASCET-
SD. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Variantenbildung: die AML bezieht
verschiedene Funktionsvarianten der Steuergeräte ein.


Begleitend entwickeln die Mitarbeiter von FORSOFT einen Werkzeugprototyp auf
Basis der AML und bereits bestehender Werkzeuge. Er dient der Erprobung und
der Validierung der Modellierungssprache AML sowie als Machbarkeitsstudie für
neue Werkzeuge.


"Unser Projektziel ist es, einen de facto Standard für den methodischen Entwurf
von eingebetteten Systemen in der frühen Phase zu schaffen", sagt Martin Rappl,
Projektleiter von Automotive. "Die Erprobung des Werkzeugprototyps in Zusam-
menarbeit mit Industriepartnern bietet eine gute Voraussetzung für eine lang-
fristige Integration der Methodik und der Werkzeuge in die Entwicklungsprozesse
der Automobilindustrie."




FORSOFT II
Der seit fünf Jahren bestehende Forschungsverbund FORSOFt ist ein Zusammenschluss aus
Fakultäten der Technischen Universität München und Industriepartnern. FORSOFT II konzentriert
sich auf die methodische Softwaretechnik in herausragenden Einsatzgebieten unter Einschluss
betriebswirtschaftlicher Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Leitthemen Durchgängig-
keit, Wandlungsfähigkeit und Interoperabilität. Zu den universitären Partnern zählt das Institut für
Informatik, eine der führenden Institute in Europa auf ihrem Gebiet, die Fakultät für Informations
technik, das Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften sowie das Institut für
Betriebswirtschaftslehre. Zu den insgesamt 17 Industriepartnern gehören unter anderem die BMW
AG, TÜV Süddeutschland und Siemens.



AUTOMOTIVE Requirements Engineering für eingebettete Systeme
Automotive ist ein Projekt innerhalb des Forschungsverbundes FORSOFT II. Das Ziel ist die
methodisch und werkzeugtechnisch durchgängige Gestaltung eines Entwicklungsprozesses für
eingebettete Systeme in der frühen Phase der Systementwicklung. AUTOMOTIVE erarbeitet
Lösungen im Bereich der Prozessmodelldefinition, der Adaption von Notationen sowie der Werk-
zeugintegration.



Kontakt

FORSOFT II
AUTOMOTIVE
Martin Rappl
Technische Universität München
Arcisstr. 21
80333 München
Tel. 089/289-25317
rappl@in.tum.de
Technische Universität München
Institut für Informatik
Ursula Eschbach
Öffentlichkeitsarbeit
Arcisstr. 21
80333 München
Tel. 089/289-28195
eschbach@in.tum.de