Die Anforderungen an die Qualität und Effizienz der Entwicklung von Flugzeugtriebwerken sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Da die Auslegungsphase einen Großteil der Entwicklungszeit und -kosten beansprucht, ist es sinnvoll, hier anzusetzen. Derzeit werden für die Auslegung viele unterschiedliche Software-Werkzeuge benutzt, die jeweils für spezielle Teilaufgaben und Datensichten zugeschnitten sind. Die mangelnde Integration dieser Werkzeuge und die erforderlichen Datenkonvertierungen führen zu langen Durchlaufzeiten und erschweren die Entdeckung von Inkonsistenzen zwischen unterschiedlichen Modellsichten.
Die interdisziplinäre, parametrisierte Modellgenerierung verspricht hier Abhilfe. Nach diesem Ansatz existiert ein vereinheitlichtes, konsistentes Produktmodell eines Triebwerks, aus dem die unterschiedlichen Sichten generiert werden können. Die Eigenschaften dieses objektorientierten Modells werden durch abstrakte Parameter festgehalten, die die unterschiedlichen Bauteile und alle ihre Charakteristika beschreiben. Auf dieser Basis sind dann beispielsweise automatisierte Konsistenzprüfungen und die Generierung spezifischer Modelle für bestimmte Teildisziplinen möglich.
Derzeit existiert noch kein vereinheitlichtes Produktmodell für den Bau von Flugzeugtriebwerken. Der Hauptgrund dafür ist die mangelnde Integration der unterschiedlichen Sichtweisen von Disziplinen wie Thermodynamik, Aerodynamik und Fertigung.
Aufgabenstellung:
Aufgabe ist es, die Modellierung und Organisation technischer Daten in Form eines interdisziplinären Produktmodells zu untersuchen. Dabei soll insbesondere versucht werden, ein einheitliches, zugrundeliegendes Modell für bestehende Sichten zu finden. Da diese Aufgabe in ihrer vollen Tiefe und Breite den Rahmen einer Diplomarbeit bei weitem sprengt, soll neben der Erarbeitung einer groben Gesamtarchitektur des Produktmodells eine Fallstudie in einem Teilbereich genauer ausgearbeitet werden.
Die Grobarchitektur soll die Sichten sämtlicher Bereiche umfassen und prozeßorientierte Daten und die Bauteilhierarchie ebenso abdecken wie die Parameter der einzelnen Komponenten, die für die Erzeugung der unterschiedlichen Sichten nötig sind. Beim Entwurf der Grobarchitektur sollen bestehende Ansätze auf dem Gebiet der Produktmodellierung berücksichtigt werden.
In der Fallstudie soll eine Detaillösung für die Modellierung der mechanischen Eigenschaften einer Turbinenscheibe erarbeitet werden. Als Sichten sollen zumindest positive und negative Geometrien sowie die Einordnung in die Bauteilhierarchie einfließen.
Vorgehen:
Aufteilung der Arbeit in drei Abschnitte mit je ca. 2 Monaten und folgenden Schwerpunkten:
Betreuung:
15. Mai 1999 - 15. November 1999
Aufgabensteller: