Technische Universität München, Institut für Informatik
Diplomarbeit
Erweiterung der UML um Sprachkonzepte für Mobilität
Beschreibung:
Die Technologie die mobilen Agenten stellt einen aktuellen und vielversprechenden Ansatz im Bereich der Software-Technologie dar. Unter einem "mobilen Agenten" versteht man eine aus Code- und Daten bestehende Software-Einheit, welche über ein Netzwerk verschickt und auf entfernten Rechnern zur Ausführung gebracht werden kann. Für mobile Agenten wurden in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Plattformen - vor allem auf Java-Basis - entwickelt, welche die für den Agenteneinsatz erforderliche Basisfunktionalität bereitstellen.
Die Unified Modeling Language (UML) hat sich in den vergangenen Jahren "de-facto Standard" im Bereich der objektorientierten Analyse- und Designtechniken durchgesetzt. Die UML stellt eine Reihe – meist graphischer – Beschreibungstechniken bereit, welche die anschauliche Beschreibung von Systemeigenschaften erlauben. Beispiele sind Klassendiagramme, Sequence Charts oder Zustandsautomaten.
UML verfügt jedoch in der derzeitigen Version über keinerlei Sprachkonzepte für die Beschreibung von Mobilität. Mobilität von Software-Einheiten führt jedoch zu neuen Arten von wichtigen Systemeigenschaften, welche im Sinne einer durchgängigen Systementwicklung nicht nur in der Implementierung, sondern auch durch die Beschreibungstechniken der UML ausdrückbar sein sollten. Beispiele sind:
- Die Mobilität von Software-Einheiten an sich muß ausdrückbar sein (z.B. "Nach Aufruf der Methode go(x) bewegt sich ein Agent auf die Plattform x").
- Mobile Agenten können die Grenzen administrativer Bereiche überqueren (z.B. zwischen Intranets, Teilnetzen, einzelnen Plattformen). Dies führt zur Notwendigkeit, Rechte für den Zugriff auf lokale Resourcen (z.B. auf lokale APIs) beschreiben zu müssen.
Eine Reihe von theoretischen Ansätzen – z.B. der Ambient-Kalkül von Luca Cardelli – stellen mathematische Konzepte für die Modellierung solcher Systemeigenschaften bereit. Praktisch einsetzbare, anschauliche und in die UML integrierte Beschreibungstechniken hierfür sind jedoch noch nicht verfügbar.
Ziele der Diplomarbeit:
Ziel der Diplomarbeit ist es, einen Vorschlag für eine Erweiterung der UML um Sprachkonzepte für Mobilität zu erarbeiten. Im einzelnen sind folgende Arbeiten durchzuführen:
- Erstellung einer kleinen Beispielanwendung aus dem Telekommunikationsbereich mit der Plattform Grasshoper (IKV Berlin),
- Erstellung eines UML-Modells der Beispielanwendung,
- Ableiten von Anforderungen an Spracherweiterungen der UML für Mobilität,
- Vorschlag einer entsprechenden Erweiterung der UML,
- Modellierung der Beispielanwendung mit der erweiterten UML.
Die Diplomarbeit ist in das bei Siemens ICN M RP im Geschäftsjahr 1998/1999 durchgeführtes Vorfeldprojekt MAGIC ("Mobile AGents at IC Neteworks") eingebettet. In MAGIC wird die Anwendbarkeit der Agenten-Technologie für den Bereich ICN untersucht. Die Abteilung ICN M RP befaßt sich mit neuen Technologien im Telekommunikationsbereich, welche in Vorfeldprojekten prototypisch realisiert werden. Aktuelle Arbeitsgebiete sind unter anderem Quality of Service im Internet, Techniken für den Internetzugang (AO/DI, xDSL,...) oder im Bereich der Software-Technik mobile Agenten.
Vorkenntnisse:
Grundkenntnisse im Bereich von UML, Java, und verteilten und mobilen Systemen
Bearbeiterzahl:
1
Betreuer:
Andreas Rausch, Raum 1552, Tel. (089) 289-28362
Marc Sihling, Raum 1550, Tel. (089) 289-22685
Externe Betreuer:
Dr. Cornel Klein, Siemens ICN M RP 11, Hofmannstr. 51, D-91359 München, Tel. ++49-89-722 21010, FAX: ++49-89-722 26877,Email: Cornel.Klein@icn.siemens.de
Aufgabensteller:
Prof. Dr. Manfred Broy
Andreas Rausch, 1998-05-20