Technische Universität München
Institut für Informatik
FORSOFT Teilprojekt ZEN 

FORSOFT Teilprojekt ZEN Forschungsprojekt FORSOFT Institut für Informatik - Technische Universität München

Innovative Software zum Zugriff auf Versant über CORBA

Java-Adapter für Versant OODBMS und IONA Orbix


München ­ Ein Team innovativer junger Wissenschaftler von der Technischen Universität München hat im Rahmen des Projekts FORSOFT einen Adapter namens AutoMate zur Integration der objektorientierten Versant-Datenbank mit IONAs CORBA-Implementierung Orbix entwickelt. Die Besonderheit: Das Objektmodell für eine verteilte Drei-Schichten-Architektur wird mit dem CASE-Tool Rational Rose entworfen und anschließend für die Generierung des Servercodes verwendet - der Aufwand für die Programmierung verringert sich drastisch.

Die Integration von Orbix und Versant über AutoMate bietet eine solide Basis zur Erstellung von Java-Applikationen, die auf einer Dreischichten-Architektur basieren. Insbesondere bei großen Unternehmensanwendungen bringt diese Architektur optimale Flexibilität bezüglich der Verteilung von Daten und Funktionalität. Die Clients der Präsentationsschicht können über einfach zu programmierende, standardisierte Schnittstellen auf Java-Objekte im Applikations-Server zugreifen. Daten werden für den Anwendungsprogrammierer transparent auf dem Datenbankserver gespeichert.

Die Software AutoMate besteht aus zwei Teilen: einem Generator für das Objektmodell der CORBA-Objektdatenbank und Management- und Verwaltungskomponenten in der Applikationsschicht des Servers. Ausgangspunkt für den Generator ist ein UML-Klassendiagramm, das mit Hilfe des graphischen CASE-Werkzeugs Rational Rose entworfen wird. Die Generierung des Java-Codes für eine lauffähige CORBA-Objektdatenbank und der Start der nötigen Komponenten dauert insgesamt auf einem durchschnittlichen PC weniger als zehn Minuten. Die enthaltenen Komponenten bieten Unterstützung für Objekterzeugung, Naming, Queries und Transaktionsmanagement. Weitere Funktionalitäten, wie Schemaevolution, Versionierung oder Objektmigration sind in Planung, ebenso die Unterstützung anderer CORBA Object Request Broker.

Zukunftstechnologie von der Universität

"Die Kombination der drei Zukunftstechnologien Java, CORBA und OODBMS gibt Unternehmen die Möglichkeit, moderne verteilte Anwendungen zu realisieren, die sich gut in die vorhandene IT-Struktur einfügen", sagt Bernhard Wöbker, Geschäftsführer von Versant Europe. "AutoMate setzt auf bewährten Basiskomponenten auf und zeigt, daß die Integration von Produkten völlig neue Möglichkeiten für Anwender eröffnen kann. Die Effektivität der Entwickler wird durch ein CASE-Tool entscheidend erhöht."

"Projekte wie AutoMate beweisen, daß die Informatik-Forschung an den Universitäten längst nicht mehr im Elfenbeinturm abläuft", so Prof. Manfred Broy, Leibniz-Preisträger und Sprecher des Forschungsverbunds FORSOFT. "Kooperationen und die Zusammenarbeit in Projekten wie FORSOFT geben Unternehmen die Möglichkeit, das Innovationspotential von Forschungseinrichtungen zu nutzen und das Risiko bei der Entwicklung und Einführung moderner Techniken zu begrenzen."

Verfügbarkeit

Eine Evaluierungsversion von AutoMate kann über die URL http://automate.informatik.tu-muenchen.de bezogen werden. Das System war auf der Systems '98 am Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ zu besichtigen.

Versant Corporation

Die Versant Object Technology Corporation (http://www.versant.de) ist Anbieter von objektorientierten Datenbanken (OODBMS) für verteilte Multi-User-Umgebungen. Das Unternehmen bietet eine komplette Produktlinie, die unter anderem aus dem VERSANT OODBMS, dem fehlertoleranten VERSANT-Server und Programmierschnittstellen zu C++ und Smalltalk besteht. Ferner verfügt das Unternehmen mit Versant Argos über eine modellgesteuerte, Smalltalk-basierte Applikations-Entwicklungsumgebung. Zu den Kunden von Versant zählen weltweit Firmen wie Alcatel, Ameritech, British Telecom, GTE, Informix, MCI, Panasonic, Bank of Nova Scotia, Siemens, Sprint, Telecom Australia u.a. Die europäischen Aktivitäten von Versant werden von Bernhard Wöbker geleitet.

Technische Universität München, FORSOFT

Die Technische Universität München ist eine der führenden Informatik-Universitäten in Europa. AutoMate entstand am Lehrstuhl Broy des Instituts für Informatik im Rahmen des Teilprojekts A1 des Bayrischen Forschungsverbunds Software-Engineering (FORSOFT, http://www.forsoft.de). Das Forschungsgebiet von A1 ist die komponentenorientierte Software-Entwicklung. Entsprechend dem Anspruch des FORSOFT-Projekts wird besonders Wert darauf gelegt, universitäre Forschungsergebnisse in die Praxis zu tragen. Die Mitarbeiter von A1 haben unter anderem bereits in Kooperationen und Beratungsprojekten bei den Siemens-Teilbereichen ZT und MED, der Daimler-Benz AG, der Giesecke & Devrient GmbH, der Nemetschek AG und der SEKAS GmbH gearbeitet.