Technische Universität München
Institut für Informatik
FORSOFT Teilprojekt ZEN
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Systementwicklungsprojekt bei der Firma 4Soft GmbH:
Anbindung von JavaCards an JMS
Thematische Einordnung/Motivation
In der Informatik gibt es gegenwärtig zwei komplementäre Trends:
Auf der einen Seite gewinnen kleine, mobile Geräte immer mehr an Bedeutung.
Auf der anderen Seite werden Insellösungen von großen, verteilten
Systemen abgelöst oder in diese integriert. Die Einbindung kleiner,
mobiler Geräte in verteilte Kommunikationsinfrastrukturen ist somit
eine äußerst vielversprechende Technik. Sie erlaubt es, Lösungen
zu entwickeln, in denen Informationen und Dienste ortsübergreifend
zur Verfügung gestellt werden können.
Zwei besonders interessante Techniken in dem beschriebenen Umfeld sind
Java-SmartCards sowie der Java Messaging Service. JavaCards sind Chipkarten
ähnlich einer Telefonkarte, die einen kleinen Java-Prozessor integriert
haben und somit Java-Programme ausführen können. Aufgrund ihrer
hohen Sicherheit und Flexibilität sind solche Karten für viele
Anwendungen etwa im Zahlungsbereich oder bei der Zugangskontrolle interessant.
Der Java Messaging Service ist eine Spezifikation ähnlich den entsprechenden
CORBA-Spezifikationen (CORBA Event Service und CORBA Notification Service),
die beschreibt, wie Java-Entwickler auf asynchrone Messaging Middleware
zugreifen können. In diesem Kommunikationsmodell sind Sender und Empfänger
völlig voneinander entkoppelt und kommunizieren nur über sogenannte
Queues oder Kanäle miteinander. Dabei sind neben Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
auch Viele-zu-Viele-Verbindungen möglich, und Sender oder Empfänger
können temporär vom Netz getrennt und somit nicht verfügbar
sein.
Für die Anbindung von JavaCards an JMS-Systeme gibt es derzeit
noch keine Lösungen.
Aufgabenstellung
In dem Fortgeschrittenenpraktikum dient eine bestehende Lösung für
die Kopplung einer JavaCard an den CORBA Event Service als Ausgangspunkt.
Die bestehende Lösung setzt dabei auf einer veralteten Kartenimplementierung
auf, die sowohl in Hinsicht auf Performance als auch auf Robustheit Schwächen
zeigt und zudem nicht mehr dem neuesten JavaCard-Standard entspricht. Die
zu erarbeitende Lösung wird auf der aktuellen Karte von GEMPLUS aufsetzen
und die JMS-Schnittstellen benutzen. Im Rahmen der Umsetzung
wird die bestehende Architektur auf Verbesserungspotenziale hin analysiert
und mit den neuen technischen Möglichkeiten realisiert. Die Brauchbarkeit
der erarbeiteten Lösung wird durch einen Demonstrator anhand eines
kleinen Anwendungsbeispiels gezeigt.
Vorgehen
Das Fortgeschrittenenpraktikum wird als externes Praktikum bei der Firma
4Soft GmbH durchgeführt. Ein möglicher Zeitplan ist etwa wie
folgt:
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Analyse der bestehenden Lösung (1 Woche)
-
Erweiterung und Anpassung der bestehenden Architektur, Anpassung der Schnittstellen an JMS (3 Wochen)
-
Realisierung und Test der Anbindungskomponente sowie Anpassung des Demonstrators (3 Wochen)
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Ausarbeitung (3 Wochen)
Voraussetzungen:
Fundierte Kenntnisse in Java, Erfahrungen mit dem JavaCard-Standard und JMS
Arbeitsumgebung:
Java2, JMS, TogetherJ, JBuilder
Interner Betreuer:
Andreas Rausch, e-mail: rausch@in.tum.de, Tel.: 089/289-28362
Externer Betreuer:
Peter Bugla, e-mail: Peter.Bugla@4soft.de, Tel.: 089/5307-4458
Aufgabensteller:
Prof. Dr. Manfred Broy
Bearbeiter:
Norbert Diernhofer
Gerhard Popp, 02.10.2000